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Blacken The Black - Entrance To The Exit - Echokammer - Underground Record Label München

Blacken The Black - Entrance To The Exit

Exit. Exito. Exitus - Ausgang. Erfolg. Tod - Auf Leuchtkästen, spanisch, klinisch weiss. Exito - der Erfolg. "Aber diese ganze Sache mit dem Erfolg hat damals angefangen", sagt Ad Reinhardt, als sich "einige meiner Studenten am Black Mountain College begierig auf die Geschichte gestürzt haben, dass Paris tot sei." Tod im Äther, der fünften Jahreszeit - das ist die Ausgangssituation: "Murdam - ich sterbe" haucht "Cobra Killer" Annika Line Trost auf persisch. Schwarz auf weiss geht es um Mord. Mehr nichts, nada - der Schrei und der Stier auf sanskrit.

Motivwiederholungen mit minimalen Variationen, gleich dem kreisenden Chorreigen in einem Rhythmus mit Abwechslungen und Evolutionen, den die Delier in Erinnerung an die Struktur des minoischen Labyrinths zu Knossos tanzten in Erinnerung an die Befreiung vom Minotauros, schaffen Blacken The Black ein minomales Mosaik, in dem man "die Vieldeutigkeit, das Labyrinthhafte auch als Übergang für den Betrachter sehen mag; als Vorbereitung für die Begegnung mit einer Kunst, wie sie gerade im Entstehen begriffen war. Regen auf dem Ozean, Asche zu Asche und Staub zu Staub. 1965 kommt es zum New Yorker "Blackout" - für eine Nacht lang geht das Licht aus.

Das schaukelige "Throne" würde auch ohne Strom funktionieren, wird es doch akustisch abgefedert vom 1966 in Istanbul geborenen und in Iran aufgewachsen Saam Schlamminger und seiner persischen Tombak, Daf, Canjra und Dohol. Die schlägt er sonst als Chronomad, zu The Notwist, oder auch für Jasmin Tabatabai, der auch Annika Line Trost zur Seite stehend u.a. den Remix zu "After You Killed Me" spendete. In Schlammingers Geburtsjahr ist übrigens nicht nur die Vinylscheibe "Black Time" der Monks erschienen, auf 1966 datieren auch die Partitur "Entrance and Exit Music" von Otto Luening sowie George Brechts Undergroundfilm "Entrance - Exit", eine Kamerafahrt von schwarz nach weiss. "Blacken The Black - Red Your Face - Dust Of The Earth - Seven Heaven" ist mehr noch Zauberformel denn Haiku.

Blacken The Black/ Teer auf Teer/ eine Spur neu aufgenommen/ Magnetbänder neu bespielt. Je mehr Fahrzeuge den Mainstream abfahren, desto öfter muss dieser von Auftragsarbeitern, die dafür Kohle kriegen, neu asphaltiert werden, behindern diese Arbeiten auch den Verkehrsfluss. Blacken The Black leisten Schichtarbeit in Eigenauftrag, schreiben ihre Texte in der Regel im Auto, evozieren verschiedene Schwarztöne, so wie in den Bildern von Mark Rothko, der Rot und Blau zu schwarzvioletten Tönen mischte, ähnlich dem Trance-Effekt der Gralstafeln genannten Vexierspiele französischer Zigeuner. Die roten und blauen geometrischen Figuren dieser Tafeln finden sich in exakten Proportionen im Schiff der Kathedrale zu Chartres nahe Paris wieder, die berühmt ist für ihr steinernes Labyrinth.

Als ich mich mit "Diska" und "Queen Of Japan" Albert Pöschl in einer Münchner Galerie traf, in der gerade eine blau-rote Szene aus der Uraufführung von Yves Zintels "The Redesign Of Satanism" lief, steckte er mir außer den Blacken The Black-Aufnahmen einen Plan des Labyrinths zu Chartres und einen Tip zu: "Für 'Entrance to the exit' gilt, was auch für LSD gilt: Man sollte sich der Platte und speziell dem Song 'Death to everyone' nähern wie einer Klapperschlange oder irgendeinem anderen wilden Tier - ohne Furcht."

En Trance.

Federico Sánchez (Kamerakino)