V. A. - Echokammer Werkschau

Echokammer Werkschau Preis: 10 EUR CD in den Warenkorb

In der Echokammer ist immer was los. Nicht nur überschneiden sich die einzelnen Projekte in personeller Hinsicht bisweilen derart, dass selbst die Beteiligten oft nicht wissen, wo sie denn nun mitgespielt haben - auch in musikalischer Hinsicht machen es die Echokammer-Acts den Verwaltern schon Schubladen und Genre-Zuschreibungen alles andere als leicht. Dementsprechend mannigfaltig geht es bei dieser Geburtstagsparty dann auch zu.

Da gibt es komische bis zuweilen unglaubliche Cover-Versionen von Queen Of Japan ("Holidays In The Sun" als folky Dancehall-Synthie-Pop), King Of Japan (kosmischer 80ties-Rock aus blauem Geblüt), Jason Arigato feat. Parasyte Woman (Ja, es gibt Menschen, die können Bowies "Heroes" so covern, als wäre es ein eigens Stück!) sowie von Sound Of Money (Imaginations "Illusion" als zart-bittere Disco-Verführung).

Das Münchner Disco/Nachtleben hat natürlich in der Echokammer auch seine Spuren hinterlassen. Sei es als Lee Marvin-Halluzination bei Les Dickinsons ("Under A Wandring Star"), als Mjunik mit Miami verwechselnde Discopatrol,als Dancehall-Reggae im Ska- und Flamencostyle inklusive einsamer Mariachi-Trompete (Lion's Den Dubshower feat. Don Caramellow & DJ Lobstarr) oder als Mitternachts-Chroniken wie bei Dis*ka und Mosh Mosh. Aber München ist nicht die Welt. Dementsprechend präsentiert sich die Echokammer auch als kosmospolitische Drehscheibe quer zwischen Japan (Shinto), Frankreich (Electronicat), Österreich (Hans Platzgumer), Orient (Blacken The Black) und Extraterrestrischem (Kamerakino). Wobei es selbstredend in den wenigsten Fälle so klingt wie man geneigt ist anzunehmen. Immerhin beginnt in der Echokammer (etwa bei den charmanten Moulinettes oder den krautigen The Johnsons) nicht nur der Wilde Westen gleich nach München, sondern liegt hier der Freistaat bei einem Act wie Mulitboy auch schon mal am Meer (oder zumindest in Kalifornien). Bleiben noch die selbst für Echokammer-Verhältnisse unkategorisierbaren Exponate einzelner Visionäre (auch wenn diese dann doch als Band auftreten). Etwa beim Atari-Sound-Eklektiker Max Krefeld oder bei Michael Heilraths Electro-Pop-Zweitidentität als Blond. Nicht zu vergessen Grenzüberschreitendes wie Salewski feat. Naomi oder Fehlfunktionskontrolle sowie die drei "Beutebayern" des mitunter an Thomas Bernhard an einem schlechten Tag erinnernden Suzie Trio.

Alles in allem also genau das, was früher in der Kneipe des Vertrauens das ideale Futter für die Jukebox ausgemacht hätte.