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Salewski II - Chansons - Echokammer - Underground Record Label München

Salewski II - Chansons

Chansons Preis: 15 EUR CD in den Warenkorb Vinyl in den Warenkorb
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  Sing, sagte Salewski, sing einfach, was du willst. Und so sang ich also und legte mich in das von ihm fein bereitete, schlankweg luxuriös aufgepolsterte Klangbett, genau wie die anderen sechs einbestellten VokalistInnen. Aber jede Stimme räkelt sich auf ihre ganz eigene Weise zu ihrem Chanson: Inida Kreuz auf albanisch bei Strand II, Pico Be texttrunken tänzelnd bei Sulukule, Manuela Rzytki mit der Chanteusen-Zunge lässig in der Backe bei Ceci n’est pas une pipe, Rosalie Eberle mit der ganzen Überschusskraft der Oper bei Weniger, und dann noch dieser unwiderstehliche Autotune-Sommerhit Epuscrular von Autoboy! Das Singen ohne Stimme führt uns bei Monolith der bekannte Geräusche-Crooner Anton Kaun vor, Salewskis Stimme selbst erscheint uns tatsächlich auch selbst mit dem Mantra I and I unter dem Deckmantel seiner Geheimidentität Agnostoman, und die hier Unterzeichnete berichtet in Ghostdrivers von Geisterfahrern und in Painted on von Gliedmaßen, die aber lediglich am Körper aufgemalt sind – in einer hypnoiden Vortragsweise, die vielen der auf diesem Album vertretenen Stimmen zu eigen ist. Die makellosen Percussion-und-Synthesizer-Landschaften, in denen sie sich tummeln, hat der Meister sämtlich selbst eingespielt (Gemischt und produziert wurde das Ganze anschliessend mit Albert Pöschl in dessen echokammer Studio) und zwar bei sich in seinem rauchverhangenen Wohnzimmer, wo langfingrige Sonnenstrahlen durch das Pflanzengestrüpp vor den Fenstern bizarre Schatten auf die eierschalenfarbenen Teppiche zaubern – und genau so, eklektisch und geheimnisvoll, klingt diese Platte auch. Salewski ist einer, der aus ganz wenig ganz viel machen kann, als Musiker und als Mensch. Ein Minimalist mit einem Herz aus Gold. Und dies ist ein Schmuckkästchen von einem Album, eine Gehirnschleuder und ein Seelentröster zugleich.  

– Anna McCarthy (übersetzt aus dem Englischen von Martin Lickleder)